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      STRÁŽ NAD NISOU

        Stráž nad Nisou – Gemeinde über dem Zusammenfluss von Černá und Lužická Nisa – erwähnt schon 1469 als Habendorf. Dieser Name haben schon wahrscheinlich erste Ansiedler von ihrem ursprünglichen Heim in Oberlausitz und Schlesien herbeigebracht.

Erste Ansiedler waren Deutsche, worüber ihre, auf Deutschrecht beruhende Gemeindeanstellung, beweist. Noch im Jahre 1550 war Habendorf ein kleines Dorf, in dem nur ein Dorfrichter, 7 Bauern und 2 Kleinbauern in insgesamt 11 Häusern lebten.
Die Gemeinde begann sich erst in der 2. Hälfte des 18. Jhs. zu entwickeln, wenn auch Johann Christoph von Clam nach Osten von ursprünglichem Dorf ein Dorf für Flachsweber, Strumpfstricker und andere Handwerker unter dem Namen Neuhabendorf gründen liess. Sein erster Ansiedler war der Weber Friedrich Porsche, gefolgt von weiteren 20 Handwerkern mit ihren Familien. 1790 gab es hier 37 Häuser. Als Richter amtierte hier 1796 Karel Hübner vom Haus Nr.6. Seit der Gemeindegründung von Neuhabendorf her war das ursprüngliche Dorf Althabendorf genannt.

1914 vereinigten sich beide diese Gemeinden in eine mit einem Gemeinnamen Althabendorf – Starý Habendorf. 1916 erhob es Kaiser Franc Josef I. zu Marktgemeinde. Nach dem Zweiten weltkrieg, im Jahre 1946, wurde der ursprüngliche Name auf Stráž nad Nisou geändert.


In der Dorfmitte war 1599 die St.Katharina von Alexandria Mauerkirche erbaut worden, die in den Jahren 1727 – 1728 im Barockstil umgebaut wurde. Bei deren Südwand gibt es Emerich Bertys Denkmal, der als der erste im Krieg im Jahre 1866 gefallen ist. Knapp zur Kirche befand sich ein mit Wand umgeschlossener Herrenhof, die erst 1907 niedergerissen worden war. Daraus ist nur ein historisch wertvolles, in den Jahren 1692 – 93 erbautes Tor geblieben. Der Unternehmer von Liberec J.G.Berger hatte den Herrenhof 1800 von Frýdlant-Herrschaft aufgekauft und dessen Gebäude zu Textilfabrik – die erste der Art im Liberec-Gebiet hergerichtet. Damit wurde Grund zur umfangreichen Tuchherstellung im Dorf gegeben. Zu Beginn des 20. Jhs. gab es hier schon 136 verschiedene Industrie-, Gewerbe- und Handwerkunternehmen.

Der Zusammenfluss hatte noch im 18. Jh so viel Wasser, dass es zum Holzflössen vom Isergebirge, Mühlen- und Sägewerkenantrieb benutzt werden konnte.

Auf der Kreuzung der Strassen U Kina und Hakenova kann man eine fast hundertjährige Eiche Friedrich Schillers bewundern. Am 22. März 1852 war in Althabendorf
Ferdinand Schwarz, Repräsentant der Liberec-Zentralleitung der Ganzösterreichischen Sozialdemokratie geboren.

Starý Habendorf gehörte zu den ältesten industriellen Gemeinden Nordböhmens. Das war auch nicht zu klein. 1869 lebten hier 1407 Einwohner, in Nový Hebendorf 383 Einwohner. 1921 hatten beide vereinigten Gemeinden schon 2244 Einwohner. 2001 lebten in Stráž nad Nisou 1785 Einwohner.


Am 5. Mai 1999 wurde in der Gemeinde ein Beschluss des Parlamentsausschusses für Heraldik des Abgeordnetenhauses über Wappens- und Flaggenerteilen abgegeben.
Durch Stráž nad Nisou läuft die Eisenbahnstrecke Liberec –Hrádek nad Nisou und Liberec – Frýdlant v Čechách, die in der Dorfsmitte eine Eisenbahnhaltestelle hat. Die Eisenbahn wurde hier am 1. Juli 1875 eröffnet.

Durch dieselben Richtungen wie Eisenbahn laufen durch Stráž nad Nisou auch die Staatsstrassen. Durch das Dorf führt auch ein Rad- und ein grüner Touristenweg in Richtung Dračí vrch (ca. 7 km) oder nach Chrastava (ca. 8 km).